Exosomen in der Kosmetik Science oder Storytelling?

Exosomen in der Kosmetik Science oder Storytelling?

Was moderne Skincare wirklich kann  und was nicht.

Der Begriff Exosome taucht inzwischen überall auf: in Seren, Boostern, Ampullen. Klingt futuristisch als würde man die Haut mit „zellulärer Intelligenz“ füttern.
Doch bevor man den Hype übernimmt, lohnt sich ein Blick auf die biologische Realität.

Was Exosomen überhaupt sind

Exosomen sind winzige Botenstrukturen, die Zellen untereinander austauschen. Man kann sie sich wie verpackte Nachrichten vorstellen: gefüllt mit RNA, Peptiden oder Proteinen, die eine Zelle einer anderen sendet.

Wichtig:
Sie vermehren keine Zellen.
Sie regulieren Prozesse, die bereits vorhanden sind wie Wundheilung, Stressantwort oder Reparaturmechanismen.

Damit sind Exosomen keine „Verjüngungs-Booster“, sondern eher Informations-Träger.

Warum „pflanzliche Exosomen“ nicht das sind, was viele glauben

Kosmetikmarken verwenden Begriffe wie „Centella Exosome“ oder „Plant Exosome“, die fast so klingen wie medizinisch-biologische Exosomen sind aber etwas völlig anderes.

Was tatsächlich enthalten ist:

  • winzige pflanzliche Vesikel aus Zellkulturen

  • mit sekundären Pflanzenstoffen gefüllt

  • antioxidativ, beruhigend, entzündungshemmend

Sie haben nichts mit der humanen Zellkommunikation zu tun.
Sie sind keine biologisch aktiven Exosomen sondern Pflanzenextrakte in Nanoform.

Klinisch bedeutet das:
Sie schützen die Haut, aber sie verändern nicht ihre Zellaktivität.

Echte Exosomen vs. pflanzliche Vesikel der Unterschied könnte größer kaum sein

Echte Exosomen (medizinisch):

  • stammen aus menschlichen Zellen

  • enthalten RNA, Proteine, Wachstumsfaktoren

  • gelten regulatorisch als Arzneimittel

  • sind extrem empfindlich und kühlkettenpflichtig

  • sind NICHT für kosmetische Nutzung zugelassen

Pflanzliche Vesikel (kosmetisch):

  • stammen aus Pflanzenkulturen

  • enthalten Antioxidantien, Polyphenole, Saponine

  • sind stabil, sicher und pflegend

  • dürfen in Kosmetik eingesetzt werden

  • wirken hautberuhigend nicht zellaktiv

Für Kosmetik bedeutet das:
Es geht um Schutz. Nicht um Zellkommunikation.

Warum viele „Regenerations“-Versprechen überzogen sind

Wenn in der Branche von Regeneration gesprochen wird, klingt es schnell nach Verjüngung, Neubildung oder „Zellaktivierung“.

In der Realität heißt Regeneration in Kosmetik:

  • Barrierestärkung

  • Reduktion von Entzündungen

  • Beruhigung der Haut

  • Schutz vor freien Radikalen

  • Unterstützung der Wundheilung

Das ist wertvoll aber es ersetzt keine echte zelluläre Umprogrammierung.

Der wissenschaftliche Standard bleibt: Retinal

Retinal (Vitamin-A-Aldehyd) ist nach wie vor der einzige Wirkstoff, der wirklich tiefgreifende regenerative Effekte zeigt:

  • Stimulation von Fibroblasten

  • Zunahme der Kollagen- und Elastinproduktion

  • Verdichtung der Epidermis

  • Verbesserung der Zellteilung

  • sichtbare Anti-Aging-Effekte

Exosomen können das nicht leisten.
Sie sind keine Alternative zum Vitamin-A-System maximal eine Ergänzung für empfindliche oder irritierte Haut.

Warum der Exosomen-Hype trotzdem seine Berechtigung hat

Korrekt formulierte Exosomenprodukte vor allem pflanzliche Nanovesikel können:

  • die Haut nach Treatments schneller beruhigen

  • oxidativen Stress reduzieren

  • die Hautoberfläche stabilisieren

  • Entzündungen mildern

Das macht sie wertvoll.
Nur nicht für das, was viele behaupten.

Was du als Kosmetikerin klar sagen kannst

„Exosomen schützen die Haut sie aktivieren aber keine Zellvermehrung und ersetzen kein Retinal.
Sie sind ein beruhigender, antioxidativer Support, kein Anti-Aging-Wunder.“

Dieser Satz bringt es auf den Punkt: modern, medizinisch, korrekt.

Fazit in einem Satz

Exosomen sind spannend aber in der Kosmetik sprechen wir über pflanzliche Schutzsysteme, nicht über medizinische Zellkommunikation.